Wenn ich amerikanischer Präsidentschaftskandidat wäre,

dann wäre ich froh und glücklich, dass heute heute ist. Endlich! Denn ich mag mir gar nicht ausmalen, wie sich 1,5 Jahre Wahlkampf anfühlen - mir reichten schon sechs Wochen im Frühjahr. Und da ging es nur um Gemeinderat und Kreistag!

Wie die meisten Menschen, die ich kenne, favorisiere ich Barack Obama. Er scheint mir wirklich für den Wechsel zu stehen, den die ganze Welt geradezu ersehnt. Und: Es wird Zeit, dass nach so vielen Jahrzehnten, fast Jahrhunderten, weißer Präsidentschaft nun ein Schwarzer dieses Amt übernimmt. Doch, das halte ich für ein wichtiges Zeichen und einen weiteren Schritt auf den Weg zu einer Gleichberechtigung, die nicht nur die USA betrifft. Und nicht nur Schwarz und Weiß.

Ein wenig messe ich ihn übrigens auch - und McCain ebenso - an seiner Ehefrau: Wer emanzipiert genug ist, für eine moderne, gleichberechtigte Ehe, für eine kluge, selbstbestimmte Ehefrau, für eine Partnerschaft, die beiden zumindest annähernd die gleichen Möglichkeiten einräumt - der hat viele wichtige Fähigkeiten schon bewiesen: Die Fähigkeit, sich selbst nicht als das Maß aller Dinge zu sehen. Sich konstruktiv auseinander zu setzen. Auf den anderen zuzugehen. Und über den eigenen Tellerrand zu schauen. 

Und weil es so wunderbar passt und ich mir doch zumindest eine kleine Revolution erhoffe, ist hier Tracy Chapman:

Großartiges Lied. Großartige Frau. Großartige Sängerin.

Wollen wir hoffen, dass der nächste US-Präsident Obama heißt und genauso großartig wird.

 

Susanne Ackstaller am Dienstag, 04. November 2008 um 12:01 AM

Leben | Permalink | Druckversion | 88 Aufrufe


Kommentare

  1. Mein Gott. Das lese ich jetzt erst. 1988. Kenne ich diese wunderbare Lied schon 20 Jahre?! ZWANZIG???

    Wie alt bin ich eigentlich?! ;-)

    Susanne Ackstaller am Montag, 03. November 2008 um 11:59 PM
  2. Wir sind alle jung. Wenn man mit 72 noch Präsident der USA werden will, sind wir alle noch Kinder.

    Tracy Chapman ist übrigens eine reizende Dame. Hatte mal vor Jahrzehnten - afterconcert - eine kleine Tresenkonversation mit ihr. Damals war ich so etwa 73 und sie wohl 12. Oder so ähnlich.

    Michi am Dienstag, 04. November 2008 um 11:16 AM
  3. Na, die muss doch jetzt aber auch schon über 40 sein?

    Susi am Dienstag, 04. November 2008 um 11:28 AM
  4. 44 ist die jetzt. :-) Ich mag das Lied auch sehr gern.

    Wahlkampf wäre ja für mich auch nix. Aber Susi, vielleicht geht das bei den nächsten oder übernächsten Wahlen auch schon rein online, dann hättest du gute Karten. ;-)

    Tina am Dienstag, 04. November 2008 um 01:19 PM
  5. Als amerikanischer Präsident muss man aber drüben geboren sein, oder?

    Und das mit Obamas fortschrittlicher Beziehung hatte ich so noch gar nicht bedacht. Da der für mich ja eher die 1b-Lösung ist, macht mir diese Perspektive jetzt noch ein bisschen mehr Hoffnung, dass alles gut wird. Wenn er’s lang genug überlebt. Und das hoffe ich sehr sehr sehr.

    Tina am Dienstag, 04. November 2008 um 01:21 PM
  6. Ja, ja und ja, genau. Das mit seiner Frau hab ich auch gedacht, endlich mal’n Typ, der mehr als ein ja-sagendes Püppchen neben sich ertragen kann.

    Full Ack! wie diese jungen Leute heutzutage sagen.

    Aristokitten am Dienstag, 04. November 2008 um 01:31 PM
  7. Full Ack?! Das ist ja super, Acki. ;-)))

    Tina am Dienstag, 04. November 2008 um 02:57 PM
  8. Live-Blog auf SpOn:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,588359,00.html

    ich sag’s ja: Irgendwann feiern wir hier in D noch den Fourth of July. ;-) Halloween haben wir ja auch schon.

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 04. November 2008 um 05:44 PM
  9. Full Ack, ich erläuter es gerade noch mal…einer dieser jungen Leute hat es mal als “Full acknowledge” ausgeschrieben, was zwar fürchterlich falsches Englisch ist, aber so viel wie “volle Zustimmung/Anerkennung deiner werten Meinung” heißen soll.

    Nä? Full Ack, weiß Bescheid, Schätzelein.

    aristokitten am Dienstag, 04. November 2008 um 10:27 PM
  10. Ich weiß Bescheid, wenne mich meinz. :-) Wofür haben die mich denn sonst um die 24 Semester Anglistik studieren lassen? Meine ?!-Kombi sollte meine Erstaunen ausdrücken, dieses Idiom hier aufzulesen. ;-)

    Tina am Dienstag, 04. November 2008 um 10:33 PM
  11. Aristokätzchen, süße, dass das für “Ackknowledge” steht, hat sich selbst bis zur mir durchgesprochen. Und ich bin steinalt ;-) und habe noch nicht mal EIN Semester Anglistik studiert.

    ;-))))))

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 04. November 2008 um 10:37 PM
  12. Dafür bist du drüben doch fully acknowledged worden “damals”, oder? :-)

    Tina am Dienstag, 04. November 2008 um 11:14 PM
  13. Ach Gott, kam das überheblich rüber? So war das nicht gemeint…natürlich wisst ihr, was acknowledge heißt, ich wollt mich nur ein wenig lustig machen über Leute, die Anglizismen fürchterlich falsch anwenden, nur weil sie cool sein wollen. Also, nicht über euch.

    Jetzt besser?

    Aristokitten am Mittwoch, 05. November 2008 um 12:20 PM
  14. Nicht überheblich, eher erklärbärmäßig. :-) Und ich erkläre selbst manchmal ganz gern ... ;-) (Bist du zufällig Sternzeichen Jungfrau?)

    Tina am Mittwoch, 05. November 2008 um 12:47 PM
  15. näää, ich fand es nicht überheblich, gar nicht. Wollte mich nur als jungebliebene, bestens informierte in Szene setzen. :-)

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 05. November 2008 um 12:49 PM
  16. @Tina - nicht ganz…Wassermann. Die können aber auch ganz gut klugscheissen.
    @Susi - ach, ich weiß es ja auch nur, weil ich immer auf den Blogs dieser jungen Leute spioniere. Wie du weißt, bin ich ja selbst steinalt.

    Aristokitten am Mittwoch, 05. November 2008 um 02:57 PM
  17. Steinalte Klugscheißer unter sich. Herrlich. :-)

    Tina am Mittwoch, 05. November 2008 um 03:13 PM
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