Wider jeglicher Menschlichkeit Heute beim

Wider jeglicher Menschlichkeit
Heute beim Arzt las ich einen Bericht über eine Kripo-Beamtin, die bei Fällen von Kindsmisshandlung oder Kindstötung durch die eigenen Eltern ermittelt - dann wenn Kinder geschlagen oder sogar zu Tode geprügelt werden, wenn Mutter oder Vater oder beide sie hungern, gar verhungern lassen, oder verdursten, oder sie so lange im Dreck liegen oder leben müssen, bis sie elendig daran zugrunde gehen.

Geschildert wurde der Fall eines Geschwisterpaares - 2,5 und 4 Jahre (!!!) - das von den eigenen Eltern in einem Zimmer eingesperrt wurde, wenn diese zur Arbeit gingen. Natürlich gab es keine Toilette, sondern nur ein übervolles Töpfchen, es gab auch nichts oder fast nichts zum Essen, insbesondere nicht für den zweijährigen Buben. Am Schluss, also kurz vor seinem Tod, fütterte ihn nur noch seine vierjährige (!!!!!) Schwester.

Ich konnte nicht weiterlesen, denn mir standen schon die Tränen in den Augen, und ich wollte nicht von Eva gefragt werden, warum ich weine. Ohnehin verfolgen mich solche Berichte tagelang, ja wochenlang: Immer wenn ich meinen eigenen Kindern in die Augen blicke, mir so viel Vertrauen und Liebe entgegenblickt, frage ich mich, was Eltern dazu treibt, ihr eigen Fleisch und Blut so zu behandeln. Das ist für mich noch unverständlicher, noch pervertierter als die Taten irgendwelcher belgischen oder französischen Seriensexualmörder.

Und ich bin froh, dass es Frauen (und natürlich auch Männer) gibt, die dieses Grauen nicht scheuen, und sich in diese Höllen hinabbegeben. Um wenigstens ein paar Kindern zu helfen. Und sie zu retten, vor einem Abschaum, der sich “Mutter” oder “Vater” nennt.

Die Polizistin hat übrigens selbst zwei Kinder. Ich bewundere sie für ihre Stärke. Ich hätte sie nicht.

Susanne Ackstaller am Montag, 05. Juli 2004 um 15:40 Uhr

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