Erdbeeren: Rezept nach Großmutters Art.

Anders als meine Kinder war ich ein Kind, das gerne aß – von Tomaten (vielleicht sind es die Gene?), Sellerie und Spargel mal abgesehen. Besonders gerne die Süßspeisen, die meine böhmische Oma ab und an kochte. So gab es häufiger mal Liwanzen (ein leckerer Hefepfannkuchen, den man mit geschmolzener Butter begoss und Zucker darauf streute ) oder auch Stopperle*, Nudeln aus Kartoffelteig, die es mit Zucker und gebräunten Semmelbröseln gab, oder natürlich Aprikosenknödel galore! Erwähnte ich, dass ich ein pummeliges Kind war?! :-D

Eine meiner Lieblinsspeisen an warmen Frühlingstagen war allerdings Erdbeergmatsch: Süße reife Erdbeeren wurden zerdrückt, dann mit Zucker bestreut und mit Milch übergossen. Dazu gab es dann Schwarzbrot, das in ein kleine Stücke zerteilt und eingetunkt wurde, bis es sich mit dem süßen erdbeerigen Matsch voll gesaugt hatte. Wie schön war es an heißen Tagen nach der Schule bei meiner Oma am Tisch zu sitzen und wunderbar kühles Erdbeergmatsch satt zu essen.

Hier also noch mal das Rezept:

500 Gramm reife Erdbeeren zerstampfen
dann Zucker drüberstreuen
und Milch darüber gießen
und Schwarzbrot dazu reichen.

Fertig. Eigentlich das perfekte Rezept für Workings Moms mit wenig Zeit. So wie mich.

 

 

Ich koch das dann mal. Bin gespannt, ob es meine Kinder mögen. :-)

PS: Gerade eben mal interessehalber nach Erdbeergmatsch/Erdbeermatsch gegoogelt. Und – ihr glaubt es nicht – ein Rezept bei chefkoch.de dazu gefunden! Jetzt bin ich sprachlos. Aber wirklich.

PPS: Nein, das gibt es doch nicht! Selbst Stopperle finden sich bei Chefkoch.de. – und ich dachte 45 Jahre, das wären beides ganz private Familienrezepte! Jetzt bin ich fast ein bisschen enttäuscht ...

* Zartbesaitete und Tierschützer lesen hier besser nicht weiter: Stopperle hießen die Dinger, weil auf dem Hof, auf dem meine Oma groß wurde, mit einem ähnlichen Teig Gänse „gestopft“ und gemästet wurden. Ja, die Zeiten waren damals anders.

Susanne Ackstaller am Montag, 23. Mai 2011 um 12:31 Uhr

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Kommentare

  1. Bei uns hieß dein Erdbeergmatsch einfach „Erdbeeren mit Milch” und unterschied sich nur dadurch von deinem Rezept, dass niemand auf die Idee gekommen wäre, das mit Brot zu essen ;-)
    Aber Erdbeeren mit Milch (und Zucker) machen wir heute noch.

    Petra A. Bauer am Montag, 23. Mai 2011 um 17:42 Uhr
  2. Das klingt lecker! Bis auf den Sellerie jetzt und Kartoffelnudeln brauch ich zumindest nicht dringend, aber dieser Erdbeermatsch klingt lecker. Neu ist mir, dass Schwarzbrot was aufsaugen kann?

    Tina am Dienstag, 24. Mai 2011 um 09:34 Uhr
  3. @Tina: Schwarzbrot kann natürlich was aufsaugen?! Wobei, vielleicht heißt das bei euch Graubrot! Kein Vollkornbrot, sondern dunkles Mischbrot, mit Roggen, vermute ich.

    @Petra: ach, ihr auch?! :-)

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 24. Mai 2011 um 09:36 Uhr
  4. Jo :-)

    Und dieses Schwarzbrit / Graubrot-Missverständnis kenne ich auch. Meine Eltern haben immer Schwarzbrot gesagt, wenn sie graubrot meinten, damit war ich leide die einizge Schwarzbrotfrau in der Gegend und niemand wusste, was ich meinte ;-)

    Aber es kannte ja auch niemand „Futschen”. Ich vermute heute noch, das ist eine Erfindung meiner Oma. Woanders heißen die Dinger Puschen (weiche Hausschuhe). Aber mit solchen Wörtern macht man sich echt zum Deppen in der Schulzeit ;-)

    Petra A. Bauer am Dienstag, 24. Mai 2011 um 10:07 Uhr
  5. Futschen ist ja süß!

    Das ist so wie das Wort „Butzi” - das stammt auch von meiner Oma. Kannte auch niemand, bevor ich es nicht einführte.

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 24. Mai 2011 um 10:10 Uhr
  6. :-)
    Und was heißt es? Küsschen, würde ich raten :-)

    Petra A. Bauer am Dienstag, 24. Mai 2011 um 10:24 Uhr
  7. Würd ich auch raten. :-)
    Graubrot nennt ihr Schwarzbrot? Warum denn nur? Wie heißt denn dann Schwarzbrot? Auch Schwarzbrot?

    Tina am Dienstag, 24. Mai 2011 um 10:29 Uhr
  8. Butzi wie Bussi meint ihr? Nö, Butzis sind niedliche, kleine Kinder oder süße Katzen oder so ... :-) Elias ist bei uns immer noch „das Butzi”. ;-)) Als er noch kleiner war (viel kleiner!!!) und man fragt ihn nach seinem Namen, dann sagte er: „Butzi Ackstaller”. ;-)))))))))))

    @Tina: Ähm. Was ist denn nach deiner Definition dann Schwarzbrot?

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 24. Mai 2011 um 11:14 Uhr
  9. Wir nennen sowas Schwarzbrot:
    http://www.petras-brotkasten.de/WestfSchwarzbrot4.jpg

    :-)

    Tina am Dienstag, 24. Mai 2011 um 11:17 Uhr
  10. DAS ist Vollkornbrot! :-)

    Petra A. Bauer am Dienstag, 24. Mai 2011 um 11:19 Uhr
  11. Die Kartoffelnudeln, Schupfnudeln, haben häufiger nette Namen : Meine bayrisch-schwäbische Verwandtschaft nannte die spitz zulaufend gerollten Nudeln „Buabapitzle”. ;-)

    Martina am Dienstag, 18. Juni 2013 um 12:40 Uhr
  12. Ich kenne das Erdbeergmatsch auch, allerdings wurden die Erdbeeren bei uns nicht gematscht, sondern einfach nur kleingeschnippelt. Brot gab es bei uns nicht dazu. Besonders lecker war dann immer die leckere Erdbeer-Zucker-Milch auszutrinken. Das mögen meine Kinder auch am liebsten. Die Kleine sortiert die Erdbeeren raus und trinkt nur die Milch…

    Katrin am Dienstag, 18. Juni 2013 um 13:18 Uhr
  13. „Stopperle” - davon schwärmt mir mein Mann seit beinahe 25 Jahren was vor. Machte immer seine sonst etwas herbe Großmutter für ihn und ich war ebenfalls immer davon überzeugt, es könne sich nur um ein ostpreußisches Familienrezept handeln! Beim Chefkoch nachzuschauen auf diese Idee wäre ich niemalsnicht gekommen. Jetzt mach ich das. Besten Dank.

    Ach, und da wo ich herkomme, gabs Kaffesahne auf die genschippelten Erdbeeren. Na, ja… aber lecker!!!

    Jana Männig am Dienstag, 18. Juni 2013 um 13:58 Uhr

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