Ich nenne es: My daily Kochdrama

Du hast Kinder, die Gemüse lieben, sich ohne tägliches Murren an den Mittagstisch setzen und selbst bei Gemüseauflauf noch einen Nachschlag wollen? Dann sei froh, danke Gott von Herzen und genieße dein Glück jeden Tag (wage es aber nicht, mir in den Comments Erziehungstipps zu geben, darauf könnte ich empfindlich reagieren. ;-))!

Ich hingegen habe wohl die heikelsten drei Esser Deutschlands abgekriegt: Nudeln mit Tomatensoße? Iiiiii, da sind ja Tomaten drin. Mit Sauce Bolognese? Iiiiii, da sind ja auch Tomaten drin. Und Zwiebel. Und so komische Kräuter. Lasagne? Iiiiii, da ist ja Sauce Bolognese drin und Käse drauf! Gemüse? Iiiiii, das besteht ja aus Gemüse und das ist gesund! Manchmal habe ich Glück, und zwei von drei mögen etwas: Kartoffeln. Reis. Nudeln. Griesbrei. Aber da ist immer noch dieses eine Rest-Kind, das dann die Kartoffeln, den Reis, die Nudeln, den Griesbrei nicht mag und mit Grabesmiene am Küchentisch sitzt – und mir die Laune vergällt.

Was komischerweise bei allen Dreien geht, ist Nudelsuppe mit Frühlingsgemüse. Nein, ich verstehe das auch nicht, aber ich bin dankbar dafür und genieße die Phase, solange sie anhält. Bei Käse habe ich manchmal mit Parmesan Glück, manchmal aber auch wieder nicht. Mozzarella wird gerne auf Pizza gegessen, Tomaten mit Mozzarella sind hingegen ... aber lassen wir das. (Eigentlich logisch, denn da sind ja auch wieder Tomaten drin. Was für Pizza natürlich auch gilt, aber vielleicht haben die Drei es da noch nicht gemerkt, hm??)

Essen ist auf jeden Fall ein Spießrutenlauf. Jeden Tag aufs Neue (m)ein verzweifelter Versuch eine halbwegs gesunde Ernährung mit den Geschmacksnerven meiner Kinder – und meiner eigenen! – in Einklang zu bringen, ohne dabei permanent dieselben wenigen möglichen Speisen immer und immer wieder zu kochen. Und kommt mir jetzt nicht mit den Sprüchen: „Dann kriegen sie halt nix! Der Hunger treibt das Essen dann schon rein!“ – Die Kinder kriegen nix – aber der Hunger treibt nix rein. Sie bleiben dann halt hungrig. Auch keine Dauerlösung für jeden Tag. (Allerdings habe ich zumindest keine übergewichtigen Kinder, höhö!)

Ein wenig ausgetrickst habe ich sie letzthin, als ich unter Fleischpflanzerl aka Frikallen reichlich geraspelte Mohrrüben mischte. Dazu gab es dann kleine Kartöffelchen – und für mich sogar mit Pesto! Das mochten dann immerhin zwei von drei. Eine bessere Erfolgsquote scheine ich einfach nicht hinzukriegen.

Vielleicht sollte ich es doch mit euren Erziehungstipps versuchen? Oder zumindest mit euren Rezepten? ;-))

Susanne Ackstaller am Sonntag, 22. Mai 2011 um 19:16 Uhr

Essen | Permalink | Druckversion | 5812 Aufrufe

Nächster Eintrag: Erdbeeren: Rezept nach Großmutters Art.

Vorheriger Eintrag: Ein Nachmittag im Mai.