Die Milch macht’s

Ich lebe auf dem Land. Meine Schwiegereltern waren Bauern, mein Mann - im ersten Beruf Steuerberater - ist offiziell Nebenerwerbslandwirt. Nein, wir haben kein Vieh, von ein paar sehr glücklichen Hühnern auf dem schwiegerelterlichen Hof abgesehen, die die leckersten Eier legen. In dem kleinen Dorf gibt es ohnehin nur noch zwei Milchbauern, die anderen haben - wie meine Schwiegereltern - schon vor vielen vielen Jahren ihr Milchkontingent verkauft.

Die Milchpreise beobachtete ich schon lange mit Sorge, denn ich weiß, dass hier in Bayern, wo es viele Kleinbauern, aber kaum große - und dadurch auch wirtschaftlichere - Güter wie im Norden gibt, kaum noch Landwirte davon leben konnten. Oft habe ich bewusst die teurere Milch gekauft, weil mir die billigste einfach zu ... billig war. 39 Cents für den Liter im Verkauf - bitte, was mag der Bauer dann wohl noch kriegen? Nein, diese Preise fand ich geradezu unmoralisch ...

Deshalb freut mich dieser Sieg der Milchbauern über die großen Lebenmittelkonzerne und die gesamte Branche. Zeigt er doch, dass auch die „Kleinen” Macht haben und etwas ändern können, wenn sie sich solidarisieren.

Und das macht Mut - jedem von uns.

Susanne Ackstaller am Donnerstag, 05. Juni 2008 um 20:55 Uhr

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