text de luxe. Da ist Name Programm. Und mehr.

Schon vor einigen Monaten habe ich mit einer Interview-Reihe angefangen, in der ich private Blogs vorstelle, die ich besonders gerne lese. Jetzt war ein paar Woche Pause - aber nun geht’s wieder weiter.

Wann und wo ich Tina kennen gelernt habe, weiß ich gar nicht mehr so genau. Irgendwann, so vor drei oder gar vier Jahren, war sie plötzlich da - aus dem Nichts ... Gott sei dank!! - denn niemand könnte eine bessere Sparringpartnerin, eine geduldigere Zuhörerin, eine nachsichtigere Notfalltextine und engagiertere Anti-Textklau-Unterstützerin sein als meine Lieblingstina. Kurz: Danke fürs Immer-Dasein, Tina :-)

Logisch, dass ich sie fragen musste ...:

SA: Seit wann bloggst du und warum?

TS: Das wüsste ich spontan gar nicht, hab nachgeschau: Zwei Jahre sind’s, die mir vorkommen wie fünf, seit dem 4. Januar 2007 blogge ich auf http://www.text-deluxe.de. Das ist schon ein Blog-Motiv: Es ist schön, Dinge Revue passieren lassen zu können. Dann ist da viel Spaß dabei, an der Kommunikation, am Austausch, am Quätschchen. Sicher auch ein gewisses Mitteilungsbedürfnis.

text deluxe ist meine Homebase, meine bescheidene Hütte in den Weiten des Webs. Thematisch ein Bauchladen, atmosphärisch eine familiäre Angelegenheit, ein Treffpunkt zum Pläuschchen am Gartenzaun. Was nicht heißt, dass die Themen durchweg profan sind - aber eben vom Leben geschrieben. Da trifft Aufgelesenes auf Mitteilungs-, Denk- und Fragwürdiges, Lustiges auf mehr oder weniger amüsante Notizen aus dem prallen Berufsleben einer Texterin. Toll ist natürlich auch, dass man - mal eben so - einfach selbst was publizieren kann. Aber das kommt mir mittlerweile schon selbstverständlich vor ...

SA: Hat dein Blog dein (Berufs-)Leben verändert oder beeinflusst - wenn ja: wie?

Klar! Obwohl er das gar nicht unbedingt sollte. Weil Marketingblogs mit Muss-, Soll- und No-Go-Listen in mir Reaktanz auslösen, hab ich kein reinrassiges Businessblog. Aber vielleicht ist es ein Praxisbeispiel zum Storytelling, ganz ungeplant. :-) Das Blog schielt nicht bewusst (und bewusst nicht) auf Kundengewinnung. Aber ob die Chemie stimmen könnte, ob Charaktere zusammenpassen, das kriegt man via Semiprivatblog gut raus. Mitunter auch akquisewirksam. Ja, über text de luxe hab ich schon Kunden kennengelernt. Und vielleicht auch welche “gebunden”.

Auf der anderen Seite ist die Blogosphäre ein ziemlicher Zeitesser, auch das beeinflusst das Leben, wenn man den lockenden Ablenkungen ein bisschen zu sehr zuspricht. Zack - ein halber Arbeitstag weg, nachsitzen! Aber insgesamt genieße ich meine Zeit online, beim Bloggen, Zwitschern und Piepsen.

SA: Was bedeutet das Internet für dich?

Es ist mir ein riesiges Nachschlagewerk, ein gigantischer und ziemlich unübersichtlicher Marktplatz sowohl für buntes Konsumgut als auch für die eigenen Leistungen, ein irgendwie doch schon noch demokratisches Medium, ein Freunde-Treffpunkt und als solches auch ein lauschiges Plätzchen fürs Zwischenmenschliche. Im Internet haben viele interessante Menschen einen Zweitwohnsitz. Ich mag das Internet, weil es einfach bereitsteht und nicht dauernd anruft. Ich vermisse es recht schnell, aber der Tag hat ohne einfach mehr Stunden, mehr Licht und mehr frische Luft. Aber phasenweise ist das Internet mal abgemeldet - und das ist auch gut so. Das fällt allerdings selten in arbeitsreiche Phasen - Prokrastination, ick hör dir trapsen.

SA: Wenn jemand das Internet plötzlich ausschalten würde - welche Website würdest du am meisten vermissen?

Vermissen würde ich iGoogle, meine personalisierte Startseite, die mir lustige Bildchen, Nachrichten, Wetter und Co. auf einen Blick und Klick liefert - und natürlich die Blogs meiner Lieben. Auch Twitter fürs schnelle Hallo oder Blip, das mich durch seinen unkomplizierten Zugriff wieder mehr Musik hören lässt, würden mir fehlen. Und das Netz auf dem iPhönchen. Das mobile Internet ist für mich eigentlich schon Web 3.0: Überall mal eben gucken, wo der nächste Briefkasten mit Spätleerung ist, herausfinden, von wem ein Song ist - sowas sind nette Funktionen. Ja, ich mag Widgets und Gadgets.

SA: Wie könnte das Web 3.0 aussehen?

Ich hoffe, das Web wird noch ein bisschen übersichtlicher. Ich hätte nichts dagegen, wenn man im Web 3.0 bei der Produktrecherche nicht mehr nölfunddrölfzig Plattformen nach Funktionen und Preisen befragen muss, verlässliche Metasuch- und Infoseiten wären nett. Wenn sie in Sachen Datenschutz koscher sind. Weniger Klicks zu noch mehr und immer
besser aufbereiteter Information, das könnte eine Evolution sein, wenn auch vielleicht keine Revolution? Natürlich wünsche ich mir auch insgesamt mehr Textqualität. Ich würde sagen, da arbeiten wir dran.

SA: Zum Schluss noch ein Satz zum Beenden: Ohne das WWW wäre ich heute ...

... wohl irgendwie woanders. Vielleicht angestellt? Das muss nicht sein, ich bin sehr gern “Freie”.

Susanne Ackstaller am Montag, 26. Januar 2009 um 22:58 Uhr

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