Vom Charme des Alltags

Beim Texttreff wird gerade intensiv über seinen Sinn und Zweck und überhaupt diskutiert. Julia findet es total bescheuert. Und insgesamt ist es wirklich interessant, ja, erstaunlich, wie sehr twitter polarisiert: Für die einen sinnlose bis doofe Zeitverschwendung, für die anderen der Vorgeschmack des Web 3.0. Ich gehöre zu letzteren.

Das liegt wiederum vermutlich daran, dass ich die Würze der Kürze mag (sieht man ja auch an meinen Blogpostings), neugierig bin und gleichzeitig ein ziemliches Talent im Ausblenden von Dingen oder Menschen habe, die mich nicht interessieren, nerven oder sonst irgendwie doof sind. Das ist im real life so (da wundere ich mich oft, über was sich Menschen so alles ärgern ...) und im virtuellen auch. Einzig dem Dummschwätz bei Xing gelingt es regelmäßig, mich zur Weißglut zu bringen und meinen Puls in ungeahnte Höhen zu treiben.

Bei twitter hingegen mag ich gerade das Einprasseln unterschiedlichster Eindrücke. Dass selbst Alltägliches durchs Aufschreiben etwas besonderes bekommt. Und das schönste ist ja: Man kann sich jederzeit ausklinken! Bitte, noch bequemer geht es doch gar nicht, wenn ich da an die ältere Dame denke, die mir heute im Zug unbedingt ihre letzten Einkaufserlebnisse erzählen wollte. Bei der fehlte definitiv der Ausschaltknopf, das Log-out oder die Möglichkeit zum Entfollowen ... ;-)

Susanne Ackstaller am Dienstag, 27. Januar 2009 um 19:16 Uhr

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Kommentare

  1. Mein Top-Erlebnis in diese Richtung, ist immer noch die freundliche alte Dame in deren Abteil ich mich frühmorgens im Zug setze, weil ich der Ansicht war das freundliche Ältere Damen ruhigere Zeitgenossen als Manager mit Handyfimmel sind.

    Kaum hatte ich die Augen geschlossen und wollte auf den 100 km bis zum Ziel dösen.. kam „Sagen sie, junge Frau, glauben sie eigentlich an Gott?”

    Wäre das Twitter gewesen, hätte ich sie blocken können und man hätte sie nach einer Handvoll weiterer Blocks der DB verwiesen. Hach. Schöne Vorstellung.

    Mela am Dienstag, 27. Januar 2009 um 19:44 Uhr
  2. ;-)))

    Ich habe nach der ersten Geschichte hurtig meine Kopfhöhrer auf gesetzt, die vom TT empfohlenen, versteht sich ... ;-)

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 27. Januar 2009 um 19:59 Uhr
  3. Ach, inzwischen bin ich mir schon wieder gar nicht so sicher, wie bescheuert ich es finde (blip finde ich nach wie vor nervig, aber egal).

    Was ich eigentlich schreiben wollte: Meine Großmutter hatte immer eine ideale Methode, um übermäßige Gesprächsbereitschaft im Keim zu ersticken: Sie reagierte erst gar nicht auf Ansprache, tat dann etwas überrascht und schmetterte ihrem Gegenüber (oder Nebendran) entgegen: „Geben Sie sich keine Mühe, ich bin schwerhörig!”

    Julia am Mittwoch, 28. Januar 2009 um 00:21 Uhr
  4. Coole Oma!! ;-)

    Aber da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Menschen sind: Ich liebe Blip! Das ist für mich eine der genialsten Erfindungen des Webs überhaupt. Und wie schön, dass man die Wahl hat und dass es eine Löschentaste gibt. :-)

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 28. Januar 2009 um 09:51 Uhr

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