Leben


Hatte ich eigentlich schon erwähnt,

Hatte ich
eigentlich schon erwähnt, dass ich jetzt Sicherungskopien mache? Oja. Und das, obwohl Strg, Alt und Entf bei mir nicht das motherboard (whatever that may be ...) killen.

Tut gut zu wissen, dass man mindestens mal ein digitales backup besitzt. Wenn schon die realen zu wünschen übrig lassen ... ;-))

Susanne Ackstaller am Mittwoch, 26. März 2003 um 21:34 Uhr

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Angst und Schrecken. Noch perverser

Angst und Schrecken.
Noch perverser als dieser Name, als dieser Krieg überhaupt ist das Medienspektakel KRIEG.

Dieser Krieg wird inszeniert, schließlich will der Fernsehkonsument abends zur besten Fernsehzeit und zu Pils und Salzletten ja einen angenehmen Grusel. Man ist ja Gott sei dank weit, weit weg und kann die armen Menschen - sei es Iraker oder Soldaten jedweder Gesinnung - mit Leichtigkeit und einer Träne im Augenwinkel bedauern.

Journalisten, die aus Panzern filmen, Korrespondenten, die aus Luftschutzbunkern berichten - immer mit dem Mikro in der Hand und live dabei. Der Krieg live - das ist doch spannender als jeder Schwarzenegger-Film.

Sind wir eigentlich noch zu retten - oder wird es tatsächlich Zeit, dass irgendein Krieg uns langsam mal ausrottet?

Susanne Ackstaller am Montag, 24. März 2003 um 21:15 Uhr

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Aber! Aber - alle guten

Aber!
Aber - alle guten Dinge sind doch drei, dachte ich. Stimmt ja auch, irgendwie. Nur hakt es diesmal an den Details. Etwas.

Bluten. Liegen. Schonen. Wieder und noch mehr bluten. Krankenhaus. Fieber. Grübelnde Ärzte. Depremierte Mutter.

Aber: Ein Kind mit viel Durchhaltevermögen ... Wir kriegen das schon, wir zwei.

Doch, bestimmt.

Susanne Ackstaller am Montag, 24. März 2003 um 21:10 Uhr

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Ein stiller Tag. Wieder liegend.

Ein stiller Tag.
Wieder liegend. Von meinem Kokon aus betrachte ich das Stückchen Welt, das ich sehen kann: samtblauer, glasklarer Himmel. Zu schön für einen solchen Tag.

Ich blicke minutenlang zur Decke und denke nichts. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal Zeit dafür? Ich fühle mich irreal sicher. Geborgen, warm, weich. Ein paar Stunden noch möchte ich dieser Illusion noch glauben dürfen.

Susanne Ackstaller am Mittwoch, 19. März 2003 um 21:20 Uhr

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Lang und wahr. Nein, ich

Lang und wahr.
Nein, ich bin eigentlich kein Fan langer Blogeinträge - lieber kurz und knackig. Aber das, DAS hier MUSS sein. (Geklaut bei Dave-Kay, der es auch irgendwo her hat ...)

***
Aus einer Email
Danke, Praesident Bush:

Offener Brief eines weltbekannten
Autors an das Weisse Haus

von Paolo Coelho

Danke, grosser Staatsmann George W. Bush. Danke, dass Sie
jedem gezeigt haben, welche Gefahr Saddam Hussein darstellt. Viele von uns haetten sonst womoeglich vergessen, dass er chemische Waffen gegen sein eigenes Volk, gegen die Kurden und die Iraner eingesetzt hat. Hussein ist ein blutruenstiger Diktator und eine der augenfaelligsten Verkoerperungen des Boesen in der heutigen Welt.

Aber nicht allein dafuer wollte ich Ihnen danken. Waehrend der ersten zwei Monate dieses Jahres 2003 haben Sie der Welt eine Reihe anderer, wichtiger Dinge gezeigt.

Ich moechte mich daher in Anlehnung an ein Gedicht, das ich als Kind gelernt habe, bei Ihnen bedanken:

Danke, dass Sie allen gezeigt haben, dass das tuerkische Volk und sein Parlament nicht kaeuflich sind, auch nicht fuer 26 Milliarden Dollar.

Danke, dass Sie der Welt gezeigt haben, welch tiefe Kluft zwischen den Entscheidungen der Machthaber und den Wuenschen des Volkes liegt.

Danke, dass Sie uns vor Augen fuehren, dass weder José Maria Aznar noch Tony Blair ihren Waehlern die geringste Achtung und Wertschaetzung zeigen. Aznar bringt es fertig, darueber hinwegzusehen, dass 90 Prozent der Spanier gegen den Krieg sind, und Blair ist die groesste Demonstration der vergangenen dreissig Jahre in England schlichtweg egal.

Danke, dass Sie Tony Blair dazu gebracht haben, mit einem Dossier, das ein Plagiat einer Arbeit war, die ein Student zehn Jahre zuvor geschrieben hatte, vor das britische Parlament zu treten und es als vom britischen Geheimdienst erbrachten schlagenden Beweis vorzustellen.

Danke, dass Sie Colin Powell gestatten, sich selbst zum Narren zu machen, indem er dem UN-Sicherheitsrat Fotos vorlegt, die eine Woche spaeter von Hans Blix, dem Chef der UN- Ruestungskontrollkommission zur Entwaffnung des Irak, oeffentlich angefochten werden.

Danke, dass Sie mit Ihrer Haltung dafuer gesorgt haben, dass bei der UN-Vollversammlung der franzoesische Aussenminister Dominique de Villepin mit seiner Anti-Kriegsrede Applaus geerntet hat, was meines Wissens vorher nur einmal in der Geschichte der UNO, im Anschluss an eine Rede Nelson Mandelas, geschehen ist.

Danke, dass Sie mit allen Ihren Bemuehungen, den Krieg voranzutreiben, dazu beigetragen haben, dass die sonst untereinander zerstrittenen arabischen Nationen sich bei ihrem Treffen in Kairo in der letzten Februarwoche erstmals einstimmig gegen jedwede Invasion ausgesprochen haben.

Danke, dass Sie mit Ihrer rhetorischen Behauptung, die UNO habe nun die Chance, ihre wahre Bedeutung zu zeigen, sogar die zoegerlichsten Laender dazu gebracht haben, sich gegen jede Art von Angriff gegen den Irak auszusprechen.

Danke, dass Sie mit Ihrer Aussenpolitik den britischen Aussenminister Jack Straw zu der Erklaerung verleitet haben, im 21. Jahrhundert koenne es Kriege geben, die sich moralisch rechtfertigen liessen, wodurch Straw seine ganze Glaubwuerdigkeit verlor.

Danke, dass Sie versucht haben, ein Europa auseinander zu dividieren, das fuer seine Vereinigung kaempft. Es wird ihm als Warnung dienen.

Danke, dass Sie geschafft haben, was nur wenigen in diesem Jahrhundert gelungen ist: Millionen Menschen auf allen Kontinenten im Kampf fuer dieselbe Idee zu vereinen, auch wenn diese Idee nicht die Ihre ist.

Danke, dass Sie uns wieder fuehlen lassen, dass unsere Worte, wenn sie vielleicht nicht gehoert, so zumindest ausgesprochen wurden. Das wird uns in Zukunft noch mehr Kraft geben.

Danke, dass Sie uns missachten, dass Sie alle marginalisieren, die sich gegen Ihre Entscheidung stellen, denn die Zukunft der Erde gehoert den Ausgeschlossenen.

Danke, denn ohne Sie haetten wir nicht erkannt, dass wir faehig sind, uns zu mobilisieren. Moeglicherweise wird es uns diesmal nichts nuetzen, aber ganz sicher spaeter einmal.

Nun, da es keinen Weg zu geben scheint, die Trommeln des Krieges zum Schweigen zu bringen, moechte ich wie ein europaeischer Koenig einst zu seinem Invasoren sagen: “Moege dein Morgen schoen sein, moege die Sonne auf den Ruestungen deiner Soldaten strahlen, denn noch am Nachmittag werde ich dich besiegen.”

Danke, dass Sie uns - einer Armee anonymer Menschen, die wir die Strassen fuellen, um einen Prozess aufzuhalten, der bereits im Gange ist - erlauben zu erfahren, wie man sich fuehlt, wenn man machtlos ist, und aus diesem Gefuehl zu lernen und es zu verwandeln.

Also, geniessen Sie Ihren Morgen und welchen Ruhm er Ihnen auch immer bringen mag.

Danke, dass Sie uns nicht zugehoert und uns nicht ernst genommen haben. Doch Sie sollten wissen, dass wir Ihnen sehr wohl zugehoert haben und Ihre Worte niemals vergessen werden.

Danke, grosser Staatsmann George W. Bush.

Herzlichen Dank.

© Diogenes Verlag,
Uebersetzung von Maralde Meyer-Minnemann

Susanne Ackstaller am Dienstag, 18. März 2003 um 21:00 Uhr

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