Die kleine Münze.

Ich dachte ja immer, geklaut ist geklaut. Ob das nun das Maoam in der Tankstelle ist, oder der fette Benz. Gestohlen bleibt gestohlen, wie man es auch immer dreht und wendet. Oder?

 

Bei Texten, da ist das allerdings anders - da urteilen die Richter nämlich erstmal über die Schöpfungshöhe eines Textes. Über die so genannte „kleine Münze”. Und wenn da nun ein Richter befindet, das wäre ja nun alles banales Zeux, dann darf das auch ruhig und vor allem straflos geklaut werden. Unglaublich, oder?

Nein, das ist mir so noch nicht passiert - aber ich ärgere mich schon mal im Vorhinein. Und zwar ziemlich.

Ja, ich werde dann beim Metzger demnächst mal die Probe aufs Exempel machen und gucken, ob ich die banale Leberkässemmel einfach mal so und ohne Bezahlung mitnehmen darf. Die komplexere Schnitzelsemmel lass ich natürlich liegen.

Grmpf.

Susanne Ackstaller am Freitag, 29. Februar 2008 um 13:00 Uhr

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Kommentare

  1. Ich finde ja persönlich, dass unsere Produktionen allesamt Riesenmünzen sind. ;-)
    Aber wer bin ich schon, darüber zu urteilen?

    Ist wirklich ein Witz, die Rechtsprechung in Sachen Urheberrecht. Die Geschichte der kreativen Leistungen ist eine Geschichte voller Missverständnisse ...

    Aber wenn ich bei My-Hammer sehe, dass jemand einen Flyer will, 2-seitig, Text + Design, Höchstpreis 20 Euro, der dann wettert, wenn Angebote ab 59(!) Euro eintrudeln, das sei Wucher, man möge doch realistische Gebote abgeben - dann wundert mich die allgemein fehlende WERTschätzung unserer Arbeit kaum noch.

    Meine Kommentare zu seinem Angebot - überaus konstruktive, ich hab mich echt beherrscht und nur drauf hingewiesen, dass er in jedem Fall ein Schnäppchen macht und ihn gefragt, wie viel Arbeitszeit er Designer und Texter bei 20 Euro denn zugedenkt - hat er gelöscht, mich auf die Schwarze Liste gepackt und hat gedroht mich zu melden. Nein, ich bin nicht zur Akquise da registriert, aber ich fand’s ne gute Idee, einfach mal mit echten Preisen mitzubieten, um die feigen „Kollegen” da zu ermutigen. Scheint sogar zu funktionieren ...

    Tina am Samstag, 01. März 2008 um 15:49 Uhr
  2. myHammer interessiert mich langsam. Um da auch mal echte Preise zu präsentieren, schwarze Liste hin oder her. Das ist mir doch total wurscht. ;-) myhammer.de???

    Ja, je mehr ich mitkriege, desto unglaublicher finde ich unser komplette Rechtssystem. Gerechtigkeit??? Der eine Richter entscheidet so, der nächste anders. Präzendzfälle? Für was, muss sich ja keiner daran orientieren. ARGH. Und wenn man am Amtsgericht landet, da ist man ja sowieso schon arm dran - denn wieviele Richter haben da wohl nur ein Minimum an Ahnung von Texten. Und davon, wie viel Arbeit auch kleine Texte machen können.

    Wie gesagt: Ist alles noch Zukunftsmusik, aber ich köchle jetzt schon, wenn ich an die Richter und deren Kreativignoranz denke, denen ich begegnen könnte.

    Grmpf.

    Susanne Ackstaller am Samstag, 01. März 2008 um 19:59 Uhr
  3. Ja, es wird Zeit für die Imagekampagne Text. Ich werde die Forschungsgruppe mal anweisen, die Zielgruppe Richter mit ins Konzept aufzunehmen. Da muss mal ein Ruck durchs Land gehen, echt.

    Und das mit My-Hammer lass mal, das nervt ...
    Meistens suchen die in Sachen Text so Content für Linkfarmen zur Suchmaschinenoptimierung, alles Quark. 50 Texte à 300 Wörter zu 50 Euro oder so. Da kommt’s nicht auf Textkompetenz an, aber wer setzt sich denn dafür hin?

    Mindestens so arg geht’s den Designern:
    http://www.my-hammer.de/db/EDV-Telekommunikation/-/de/a974170-Corporate-Design/

    Hat eigentlich keinen Link verdient, aber ich find’s so arg. Meistens steht dabei: Vorab 3 Entwürfe, von denen einer bis zum Gefallen geändert wird, alle Recht gehen immer an den Auftragnehmer über, und so weiter.

    Das aktuelle Angebot find ich auch schlimm. Und da bieten auch immer irgendwelche Pappnasen mit! Die Not muss groß sein, wenn man für 150 Euro ein Logo, ne Webseite, Visitenkarten und Geschäftspapier erarbeitet. Und das in 2,5 Stunden?!?

    Gruuuuuselig.
    Die Rechtssituation sowieso.
    Nix Justitia, da regiert Willkür.

    Tina am Samstag, 01. März 2008 um 20:24 Uhr
  4. Hab vorhin feine Zitate von Herbert Rosendorfer gelesen (in einem Interview mit dem Herausgeber der Zeitschrift für Rechtspolitik)... ich post die nachher mal. Oder morgen.:-) Na gut.. ich bin eh befangen da ich totaler Rosendorferfan schon immer war aber er trifft mal wieder den Nagel.. meistens jedenfalls.

    (Abgesehen davon weiß wohl niemand dass er den ADAC-Reiseführer über Rom schrieb; auch tolles Buch btw)

    Michi am Samstag, 01. März 2008 um 22:12 Uhr
  5. Rosendorfer ist auch kein Trost.

    Ich will Gerechtigkeit für Texte. So.

    Susanne Ackstaller am Samstag, 01. März 2008 um 22:15 Uhr
  6. Aus „Ballmann`s Leiden” war jedenfalls

    „Wenn man die Gerechtigkeit liebt, kann man nicht anders, als an der Justiz zu leiden.”

    Michi am Samstag, 01. März 2008 um 22:21 Uhr
  7. Uh oh, auch noch mit Deppenapostroph? ;-))

    Tina am Samstag, 01. März 2008 um 22:35 Uhr
  8. Och Tinchen. Das ist jetzt gemein. Das ist doch das ... kreative, oder so. ;-)))))))))

    @Michi: Genau. GENAU!!! Ich leide jetzt schon.

    Susanne Ackstaller am Samstag, 01. März 2008 um 22:36 Uhr
  9. Ich hab doch gezwinkert, Micha hat nur zitiert und ich relativiere:

    „Nicht als Auslassungszeichen, sondern in Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens wird der Apostroph gelegentlich in folgenden Fällen gebraucht:

      b) Vor dem Genitiv-s <§ 97E>.

    - Andrea’s Blumenecke (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)

    - Willi’s Würstchenbude

    © Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 24. Aufl. Mannheim 2006 [CD-ROM]”

    Und ich leide mit!

    Tina am Samstag, 01. März 2008 um 22:40 Uhr
  10. Na dann - ist doch alles in Ordnung. :-)

    Susanne Ackstaller am Samstag, 01. März 2008 um 22:45 Uhr
  11. Seufz. Jaja. Ich hab nur rauskopiert…

    Und noch eins:

    „Je länger man darüber nachdenkt, um so weniger kann man Gerechtigkeit definieren.”

    (das war jetzt aus der ZRP, nichausmBuch).

    Oder..:

    (auf die Frage, warum die Juristen in der Oper, im Schauspiel etc so schlecht weg kommen) „Ich glaube, dass auf der Bühne nicht nur die Juristen schlecht wegkommen. Es kommen alle Berufsstände schlecht weg, die sich nicht zum Liebhaber eignen. Das ist wohl ein Gesetz des Theaters.”

    LOL.

    Michi am Samstag, 01. März 2008 um 23:02 Uhr
  12. Noch eins: (immerhin war er Richter am OLG Naumburg…)

    „„Gerechtigkeit…als moralischer Begriff. Und wenn man mich schon zu einer Definition drängen würde, würde ich sagen, dass die Gerechtigkeit Glücksache ist und mehr mit der juristischen Phantasie zu tun hat als mit der juristischen Dogmatik.”

    Michi am Samstag, 01. März 2008 um 23:10 Uhr
  13. Das ist ja alles höchstberuhigend. Vielen Dank. ;-))))))))))

    Susanne Ackstaller am Samstag, 01. März 2008 um 23:13 Uhr
  14. Ja, danke. So kann man beruhigt schlafen.
    Und wenn die Broschüren nicht mindestens ne mittelgroße Münze sind, fall ich noch ganz vom Glauben ab. Sarkasmus find ich ja eigentlich lustig, aber auf diesem Feld ... isses nur traurig. ;-(

    Tina am Samstag, 01. März 2008 um 23:38 Uhr
  15. Bitte sehr.

    Hat aber nix mit Tinas (man beachte das fehlende Apostroph) Dingda zu tun. Und ohne Sarkasmus kann man in der Welt der Juristen kaum überleben. Sich eine bessere Rechtswelt vorzustellen wäre pure Heuchelei. Dafür gibt es zu viele schlechte Richter (unter vielen guten).

    Michi am Sonntag, 02. März 2008 um 12:08 Uhr
  16. Welches Dingda denn?

    Mit schlechten Richtern käme man schon zurecht, finde ich, wenn das System zumindest nur bitte ungerechte Richter ausbremsen würde ...

    Tina am Sonntag, 02. März 2008 um 12:21 Uhr
  17. Na dein Verfahren. Ist insofern doch nicht vergleichbar. Kleine Münze ist dort kein Thema, sicher nicht.

    Michi am Sonntag, 02. März 2008 um 13:17 Uhr
  18. Das sagst du jetzt. :-) Aber man hat ja schon Pferde an der Apotheke gesehen und zumindest ist auch hier doch theoretisch alles möglich, oder?
    Und das ist so doof. Wenn das Gesetz klar ist, aber schlecht angewandt wird, das ist die eine Seite der Münze, aber wenn das Gesetz auch noch als Einladung dazu dient ...

    Susi muss Justizministerin werden. Oder wer macht nochmal die Gesetze? ;-)))

    Tina am Sonntag, 02. März 2008 um 13:25 Uhr
  19. Ja. Sag ich jetzt. Und da kotzt niemand. Anders als bei gewissen einstweiligen Verfügungsverfahren wo die Richter dann plötzlich die Dringlichkeit (und nicht unbedingt die kleine Münze..) verneinen und man sich darüber ärgern kann.

    Michi am Sonntag, 02. März 2008 um 13:35 Uhr
  20. Dazu passend:

    „Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben.
    Man muß auch mit der Justiz rechnen.”

    Dieter Hildebrandt

    ;-)

    RA Michael Seidlitz am Mittwoch, 05. März 2008 um 12:46 Uhr
  21. Achso. Und da rechnet man wohl besser mit kleinen Münzen ... ;-/

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 05. März 2008 um 18:32 Uhr
  22. Oh, jetzt versammelst du gleich zwei RA MS hier. :-) Und auch dieser Michael kennt passende Zitate ... Wie hübsch. Ich freu mich auf die Verhandlungen, die da kommen mögen. ;-)

    Tina am Mittwoch, 05. März 2008 um 20:24 Uhr
  23. LOL. Ja, nett, gell. ;-)

    Vielleicht sollte ich hier was juristisches aufziehen und damit kleine Münzen machen. Oder besser große. ;-)

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 05. März 2008 um 20:31 Uhr
  24. Ich wäre dabei! Du übernimmst die Webtexte, ich die Broschüren. Und dann warten wir nur noch auf die Klauerei der kleinen und großen glänzenden Taler. ;-)

    Tina am Mittwoch, 05. März 2008 um 21:05 Uhr
  25. Du meinst einen urheberrechtlich geschützten Textselbstbedienungsshop mit einklagfähiger großer Münze?

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 05. März 2008 um 21:15 Uhr
  26. Sowas in der Art, ja. :-) Köder auswerfen und warten. Jedenfalls soll es ein Selbstläufer sein. Und die Idee ist natürlich auch geschützt. ;-) Wie findste?

    Tina am Mittwoch, 05. März 2008 um 21:19 Uhr
  27. Aber Ideen kann man doch gar nicht schützen. ;-)

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 05. März 2008 um 22:05 Uhr
  28. Oh ja, da hat jemand gut aufgepasst. Dann eben nur die sprachliche Form. Aber die ist wohl zu kurz ... ;-(

    Tina am Mittwoch, 05. März 2008 um 23:00 Uhr
  29. Und ich dachte, ich sei einzigartig. ;-)

    Wer ist denn der andere RA MS?

    RA Michael Seidlitz am Donnerstag, 06. März 2008 um 08:01 Uhr
  30. Soll er dir am besten selbst sagen. Oder du guckst mal in meinen Xing-Kontakten nach. ;-)

    Tina am Donnerstag, 06. März 2008 um 11:04 Uhr
  31. Alles schon geklärt.:-)

    Michi am Freitag, 07. März 2008 um 14:04 Uhr

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