Herzklopfentexte.

Früher durfte ich in Texten schwelgen. Oft saß ich erst einen Vormittag fast meditierend vor einer Idee, bevor sich Sätze formten. Damals bekam ich Herzklopfen von Sätzen, Worten, Texten. Wenn diese Herzklopfen da waren, dann wusste ich: Der Text ist gut, richtig gut. Und heute?! Heute schreibe ich im Akkord.

Ich bin zu einer Umsatzmaschine geworden, gebe Texte weiter, sammle sie wieder ein, gebe Feedback, mache Anmerkungen, koordiniere, delegiere, korrigiere ... Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nun ein Fortschritt ist - oder das glatte Gegenteil. Was mir auf jeden Fall langsam abhanden kommt, ist die Lust am Schreiben. Und die will ich wieder haben. Ich will wieder Ruhe haben, die Muße, die sinnliche Beziehung zu Wörtern. Und vor allem eins: die Herzklopfen.

Susanne Ackstaller am Samstag, 19. April 2008 um 11:10 Uhr

Arbeiten | Permalink | Druckversion | 1195 Aufrufe

Nächster Eintrag: Befindlichkeitsbloggen.

Vorheriger Eintrag: Nur noch die Allerliebsten.