Herzklopfentexte.

Früher durfte ich in Texten schwelgen. Oft saß ich erst einen Vormittag fast meditierend vor einer Idee, bevor sich Sätze formten. Damals bekam ich Herzklopfen von Sätzen, Worten, Texten. Wenn diese Herzklopfen da waren, dann wusste ich: Der Text ist gut, richtig gut. Und heute?! Heute schreibe ich im Akkord.

Ich bin zu einer Umsatzmaschine geworden, gebe Texte weiter, sammle sie wieder ein, gebe Feedback, mache Anmerkungen, koordiniere, delegiere, korrigiere ... Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nun ein Fortschritt ist - oder das glatte Gegenteil. Was mir auf jeden Fall langsam abhanden kommt, ist die Lust am Schreiben. Und die will ich wieder haben. Ich will wieder Ruhe haben, die Muße, die sinnliche Beziehung zu Wörtern. Und vor allem eins: die Herzklopfen.

Susanne Ackstaller am Samstag, 19. April 2008 um 11:10 Uhr

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Kommentare

  1. Oh! :-(

    Tina am Samstag, 19. April 2008 um 20:28 Uhr
  2. Oh!:-(

    Michi am Samstag, 19. April 2008 um 20:45 Uhr
  3. Susi, Mensch, wir schreiben nicht nur gleich, wir denken auch so. Ich las gerade dein Posting und dachte: Das gibts doch gar nicht. MIR GEHT ES GANZ GENAU SO.
    Die Lust am Schreiben… ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt.

    Biggi am Samstag, 19. April 2008 um 23:30 Uhr
  4. Ich hab das schon noch, auch wenn’s schon mal ausgeprägter war - vor allem bei ausgesprochenen Imagetexten.

    Tina am Samstag, 19. April 2008 um 23:52 Uhr
  5. ich werde einfach so oft gestört durch zig andere Dinge. Fürs Schwelgen bleibt keine Zeit. Aber kann sein, dass ich das einfach anders organisieren und mich mehr abgrenzen muss.

    Biggi am Samstag, 19. April 2008 um 23:55 Uhr
  6. Biggi, vielleicht muss man mal wieder einen Schritt zurücktun. Aber ich weiß auch (noch) nicht wie. Der Lieblingskundeansatz geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

    Irgendwann würde ich gerne soweit sein, dass ich mir meine Kunden aussuche. Nicht andersherum. Kunden, für die ich mir dann auch wirklich wieder Zeit nehmen kann. Und die das dann auch honorieren, auch finanziell. ;-) Das ist ja eigentlich der Hauptknackpunkt: Wäre ja einfach zu sagen, ich mache einfach weniger. Aber weniger verdienen will ich auch nicht. (mal unter uns. ;-)))

    Susi am Samstag, 19. April 2008 um 23:58 Uhr
  7. Ja Susi, genau.
    Dazu kommt, ich will zudem nicht weniger verdienen, sondern mehr. Unter uns… :))

    Biggi am Sonntag, 20. April 2008 um 00:02 Uhr
  8. Noch besser! Mehr verdienen, weniger, aber toller arbeiten! Mein Lebensarbeitsziel! :-)

    Susi am Sonntag, 20. April 2008 um 00:04 Uhr
  9. Oh :-(

    Ich glaube, es ist wie mit allen Dingen, die man gerne macht und natürlich auch machen muss, aber man zuviel davon hat oder bekommt.
    Ich z.B. liebe meinen Job auch, aber phasenweise hängt er mir auch tierisch zum Hals raus. Das hält ein paar Monde lang an, und dann ist wieder alles beim Alten.
    Habe einzig und allein den Vorteil Euch gegenüber, dass ich monatlich Geld bekomme, immer gleichviel…

    Tina L. aus KR am Sonntag, 20. April 2008 um 22:20 Uhr
  10. Ach, den monatlichen Gehaltsscheck kenne ich nur zu gut. Aber nee, nicht mein Ding. Was ich am Unternehmertum am meisten mag, ist, dass finanzieller Erfolg direkt mit meiner Leistung zusammenhängt. Und da bin ich eben auch schon am Knackpunkt: Zunehmend verkaufe ich ja auch die Leistungen anderer, und das mag ich eigentlich gar nicht so gerne. Nicht wegen der Leistung bzw. ihrer Qualität (die ist ja gut!), sondern weil es eben nicht meine ist. Ich fange an die Leistung anderer zu „verwalten”. Dass führt zwar zu guten Umsätzen, aber mindert meine Arbeitsfreude - zumindest auf Dauer.

    Susi am Sonntag, 20. April 2008 um 23:13 Uhr
  11. Aber vergiss nicht, Du dürftest die Leistung anderer nicht verwalten, wenn Deine eigene nicht überzeugen würde. Den Kunden.

    Tina L. aus KR am Sonntag, 20. April 2008 um 23:43 Uhr

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