Lost and Found

Zur lauwarmen Laugenstange war meine Welt noch in Ordnung. Diesmal kam sogar ein Bus, um uns vom Flugfeld einzusammeln. Das als Lagerhalle getarnte Flughäfchen war keine Überraschung mehr. Die Sonne schien, die Welt war schön, der Tag vielversprechend.

Bis dann mein Koffer nicht kam. Und mit ihm kein Hosenanzug, keine Präsentationsunterlagen, kein Laptop-Kabel und nicht zuletzt keine Wimperntusche. All diese Notwendigkeiten waren irgendwo zwischen MUC und TXL ... äh ... abhanden gekommen. Vergessen, falsch verladen, gar abgeworfen - niemand wusste es. Stattdessen drückte man mir einen Zettel in die Hand, an wen ich mich wenden solle, wenn mein Gepäck nach fünf (!) Tagen immer noch nicht angekommen sei. Auf meinen dezenten Hinweis, ich bräuchte den Kofferinhalt aber morgen und zwar dringend, erntete ich ein nonchalantes Schulterzucken. Warum auch Kundenservice bieten, wenn es doch anders auch geht, gell.

Als ich mich im Hotel dann schon fast damit abgefunden hatte, meine Präsentation morgen aus dem Stegreif und in Jeans zu halten, klopfte es an der Tür. Es war mein Koffer.

Tja, der hatte sich wohl am Himmel über Berlin einen schönen Tag gemacht. Verständlich - bei dem tollen Wetter!

Susanne Ackstaller am Donnerstag, 24. April 2008 um 18:50 Uhr

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