Ehrenkodex

Ich habe ja mal grundsätzlich und beruflich bedingt eher mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex zu tun - und schreibe Vorständen gerne mal ihren „Ehrenkodex” in einen Geschäftsbericht.

Von einem Blogverhaltenskodex hatte ich allerdings bislang noch nie gehört - dafür aber hier gefunden. Gute Idee, finde ich. Richtig. Und wichtig. Was ich mir aber gerade vor diesem Hintergrund in diesem Blog wünschen würde, wäre ein Impressum - damit man auch weiß, wer schreibt (oder habe ich lediglich Tomaten auf den Augen?).

Sonst wirkt die ganze Ehrlichkeit nicht so ehrlich, irgendwie.

Susanne Ackstaller am Montag, 31. März 2008 um 00:26 Uhr

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Kommentare

  1. Was würde ein Impressum ändern?

    Für den Leser: Reine Neugierde, wer das wohl ist? Es gibt eine Seite mit ein paar Metainformationen:
    gesundheit.blogger.de/stories/544244/

    Impressum ist in erster Linie rechtliche Sache. Bisher konnte ich alle Anträge auf einstweilige Verfügung und Anwaltsbriefe gemeinsam mit meinem Blog-Provider lösen - an den die bösen Briefe gingen. Ich stehe zu dem, was ich mache - auch ohne Impressum.

    Für den Blogger (also für mich): Im schlimmsten Fall das Ende meines Jobs und die Existenz meiner Familie. Was ich schreibe, wird von der Pharmaindustrie nicht gern gesehen. Das weiss ich aus diekten Rückmeldungen von Informanten.

    Ich schreibe daher nichts über meinen Job und nichts über Produkte, für die wir tätig sind. In der Regel auch nichts über Konkurrenzprodukte oder -therapien.

    Wäre es dir lieber, wenn ich mich nach meinem Abschuss in der Pharmaindustrie in die Reihe der freiberuflichen Texter einreihe?

    strappato am Montag, 31. März 2008 um 10:41 Uhr
  2. Warum gleich so auf den Schlipps getreten? :-)

    Ja, Neugierde, natürlich. Bloggen ist doch der reine Drang, sich mitzuteilen - und zwar Leuten, die neugierig sind. Auch auf den Menschen dahinter. Sicher gibt es verständliche und nachvollziehbare Beweggründe, die eigene Identität nicht offenzulegen - dann könnte man aber doch wenigstens die Gründe für die Anonymität nennen. Finde ICH.

    Susi am Montag, 31. März 2008 um 10:51 Uhr
  3. Ich hab mich auch schon gewundert, dass recht viele Blogs (auch aus nachvolziehbaren Gründen) anonym geführt werden und der Impressumspflicht trotzen. Wie und warum, hat sich mir noch nicht erschlossen ...?

    Eine Selbstverpflichtung ohne Bekanntgabe der Identität - da entsteht eine Lücke im System. Denn ein Ehrenkodex ist ja deshalb wertvoll und wirksam, weil die Ehre eines Unternehmens oder einer Person in die Waagschale geworfen wird ...

    Und richtig gemein finde ich ich die Anspielung, freiberufliche Texter seien aus ökonomischer Not heraus freiberufliche Texter, weil sie anderswo rausgeflogen sind. Was soll das bitte?

    Tina am Dienstag, 01. April 2008 um 13:04 Uhr
  4. Schon mal nachgedachtt, ob ein Kodex nicht nur Marketing-Aspekte hat, sondern eigentlich primär interne Leitlinien für das Verhalten beschreiben soll? Mir geht es darum, dass ich mir ein paar Regeln gebe, damit ich zum einen nicht vor Anwälten den Kürzeren ziehe. Wie gesagt waren wegen meines blogs bisher 3x Anwälte tätig. Das geht dann über meinen Blogprovider und gemeinsam mit anwaltlicher Hilfe konnten alle Fälle abgewehrt, bzw. eine Einigung erzielt werden.

    Zum anderen kann man die Anonymität nicht absolut und immer erwarten. Der Kodex ist eine Art Schutz, mit dem ich im Fall einer Aufdeckung in meiner Branche argumentieren kann. Er orientiert sich an journalistischen Grundsätzen.

    Und: Was bedeutet denn ein Impressum? Da stünde dann Dr. Erwin Müller. Und weiter? Ohen XING, und andere Internetaktivitäten bleibt die Person ein unbeschriebenes Blatt. Vertrauen schaft man nicht durch Namen.

    strappato am Dienstag, 01. April 2008 um 15:25 Uhr
  5. Ja, schon mal nachgedacht - aber sicher. :-) Wäre so ein Kodex lediglich Marketingzinnober, würde er sich selbst ad absurdum führen. Bei der Corporate Governance geht es vor allem auch um Transparenz, Offenheit und Gewaltenteilung - und gerade so erweist sich dieser Kodex als vertrauenswürdig.

    Wie schon gesagt, ich verstehe die Anonymitätssache in dem Fall, dass man heikle oder ubnequeme Themen bloggen möchte, ohne gegebenenfalls den Kopf hinhalten zu müssen - das hat was von rechtsfreiem Raum. Das Impressum muss eine ladungsfähige Adresse beinhalten, soweit ich weiß.

    Eine Selbstverpflichtung von Mr. X ist eine gute Bemühung, aber sie erweckt nicht ganz so viel Vertrauen wie ein Impressum, das sagt, dass man für die Inhalte letztlich mit seinem guten Namen steht.

    Darf ich fragen, warum Sie der Impressumspflicht nicht unterliegen?

    Tina am Dienstag, 01. April 2008 um 15:40 Uhr
  6. Das blog ist nicht gewerblich. Wettbewerbsrechtliche Abmahnung fällt schon mal raus. Wollen Sie mich als unbeteiligte Dritte anzeigen?

    Aber das ist doch alles eigentlich mein persönliches Problem, oder?

    strappato am Dienstag, 01. April 2008 um 16:03 Uhr
  7. Um Himmels Willen, ich will gar nichts. Ich frage mich und Sie nur ganz sachlich, warum es Ausnahmen von der Impressumspflicht zu geben scheint. Nicht mehr. Und wie gesagt, solche Ausnahmen scheinen mir sinnvoll, denn ohne die mögliche Anonymität würde Web 2.0 nicht so viele interessante Einblicke in verschiedene Bereiche bieten.

    Ein Problem? Wenn Sie es so nennen ...

    Tina am Dienstag, 01. April 2008 um 16:14 Uhr
  8. Sie haben scheinbar ein Problem damit.

    Mal was anderes: Im Ãœbrigen kläre ich meine Leser auf, welche Statistik-Dienste ich nutze und wo ihre IP-Daten landen.

    Nach dem Telemediengesetz hat der
    Diensteanbieter den Nutzer zu Beginn des Nutzungsvorgangs über Art, Umfang und Zwecke der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten zu unterrichten.

    Dass diese Unterrichtung vor jeder Nutzung passieren muss und zur Zeit ein Rechtsstreit in zweiter Instanz anhängig ist, der die Nutzung von Logs und Statistikdiensten mit dem Verbot der Vorratsdatenspeicherung verbieten will, lassen wir mal aussen vor.

    Transparenz ist mit dem Impressum nicht erledigt.

    strappato am Dienstag, 01. April 2008 um 16:36 Uhr
  9. Ich möchte nur wissen, ob es Ausnahmen gibt, da Sie sich ja schon damit befasst haben und im Anwaltsverkehr erfolgreich waren.

    Warum mal was anderes?

    Tina am Dienstag, 01. April 2008 um 16:48 Uhr
  10. Äh äh. Darf ich mich mal kurz einmischen: Ich nutze nur einen Statistikdienst, und das ist sitemeter. Und wer bei der Zahlen unter der Navi klickt, der landet genau dort. IPs? Die sammel ich doch nicht. Die werden nur bei den Comments vermerkt.

    Du liebe Güte. Kann es sein, dass Ihnen der 1. April nicht bekommt? Oder sind Sie einfach nur kein bisschen kritikfähig? Also wirklich.

    Susanne Ackstaller am Dienstag, 01. April 2008 um 16:50 Uhr
  11. Komisch. Ich hab auch ne Datenschutzerklärung auf meinen Seiten und ich stelle alles andere als wilde Sachen an mit den Statistikinfos, checke nur ab und an mal die Besucherzahlen.

    Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob es nun ein Impressum braucht oder nicht, weil ich viele Blogs ohne kenne - Menschen, die unanonym gar keine Geschichten aus dem Berufsleben bloggen würden.

    April’s fool?
    Rumpelstilzchen mit Ehrenkodex?
    Hm. ;-)

    Tina am Dienstag, 01. April 2008 um 17:05 Uhr
  12. Meine Kenntnis: Impressum müsste sein. In meinem Fall, da es journalistisch ist.

    Aber wer soll denn klagen? Wettbewerber wohl nicht. Unbeteiligte Dritte? Würde bei der Staatsanwaltschaft im Papierkorb landen. Blieben noch Unternehmen oder Personen, die durch meine Texte ihre Rechte verletzt sehen. Da geht es erstmal um die Sache. Wegen des fehlenden Impressums könnten die den Mehraufwand, um einen Verantwortlichen zu ermitteln (bsp. per Staatsanwalt) zivilrechtlich bei mir einfordern. Wenn das nicht nötig ist, fällt dies auch flach.

    Falls es sie beide beruhigt: Ich bin nur ein armer arbeitsloser Studienabbrecher und ALG II-Empfänger mit zuviel Zeit. Nichts interessantes. Sie können weiter gehen.

    strappato am Dienstag, 01. April 2008 um 17:39 Uhr
  13. „Sonst wirkt die ganze Ehrlichkeit nicht so ehrlich, irgendwie. „

    Was hat Anonymität mir Ehrlichkeit zu tun? Oder gar mit Ehrenhaftigkeit?

    Mehr Informationen zum Thema hier: http://www.eff.org/issues/anonymity

    Anonymous am Mittwoch, 02. April 2008 um 11:10 Uhr
  14. Aus dem Kontext gelöst, mag das stimmen.

    Aber ein Kodex ohne Namen ist unverbindlich - bei wem wollte man die auferlegten Richtlinien auch einfordern? Man weiß ja gar nicht, wer dahinter steht.

    Susanne Ackstaller am Mittwoch, 02. April 2008 um 11:25 Uhr
  15. Anonymität hat mit Ehrlichkeit auf Absenderseite nichts zu tun, aber mit Vertrauen auf Rezipientenseite.

    Tina am Mittwoch, 02. April 2008 um 11:41 Uhr
  16. Ja, das meinte ich. Ein bisschen paradox ist ein Kodex ohne Absender.

    Tina am Mittwoch, 02. April 2008 um 11:59 Uhr

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