09 / 2012


Fotoreise durchs zaristische Russland.

Selten nutze ich mein Blog als „Einmerker” im großen weiten Web: Nur dann nämlich, wenn ich Seiten so spannend finde, dass ich ganz sicher sein will, sie auch wieder zu finden.

So ging es mir mit den 100 Jahre alten Farbfotografien, die Sergei Michailowitsch Produkin-Gorskij vom vorrevolutionären Russland gemacht hat. Diese Bilder sind nicht nachkoloriert, wohlgemerkt. Vielmehr wurde ein aufwändiges Verfahren genutzt, das selbst den Zaren so beeindruckte, dass er Produkin-Gorskij den Zugang zu allen Regionen des riesigen Zarenreichs gestattete ... was damals beleibe keine Selbstverständlichkeit war. So fotografierte er in den Jahren zwischen 1909 und 1915 Menschen - Bauern, Soldaten, Kinder, Frauen, Christen, Juden, Moslems - in ihrem Lebensumfeld und traditioneller Kleidung, aber auch Gebäude (die während der Revolution oder in den Kriegen zum Teil zerstört wurden) und Landschaften von West nach Ost, von Armenien bis nach Samarkand.

Ich habe ein paar Wenige aus den tausend Fotografien rausgepickt. In der Library of Congress kannst du aber selbst einen Blick auf eine schier vergessene Welt werfen (Für solche Möglichkeiten liebe ich das Internet ja ganz besonders!).










Die Nutzungsrechte für die Fotografien sind übrigens hier geregelt.

Susanne Ackstaller am Sonntag, 23. September 2012 um 23:21 Uhr

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Tags: zarenreichsergei michailowitsch produkin-gorskijfarbfotos

Verliebt, verlobt, verheiratet ... Zwei Bücher rund ums Leben und Lieben. Und ums Heiraten.

Urlaubszeit ist bei mir immer auch Lesezeit. Da hole ich auf, was im ganzen restlichen Jahr an Lektüre zu kurz kommt. Schließlich gibt es nichts schöneres als im Strandkorb zu sitzen, mit den Zehen im Sand zu graben, Wellen und Wind rauschen zu hören, sich aus der Thermoskanne Tee nachzuschenken – und einfach mal ein Buch (oder am besten gleich mehrere) in einem Rutsch durchzulesen.

Dieses Jahr hatte ich – unter anderem – zweimal Frauenliteratur im Gepäck:Rona Jaffes neu aufgelegter 50er-Jahre-Klassiker „Das Beste von allem” und „Mädchen in Weiß” von Jennifer Close. 

In beiden Büchern geht es um eine Handvoll junge Frauen, die es nach dem High-School-Abschluss nach New York City zieht. Dort leben, lieben und arbeiten sie – in „Das Beste von allem“ vor dem Hintergrund der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts, in „Mädchen in Weiß“ ganz aktuell und sogar mit politischem Bezug in der ersten Dekade des 3. Jahrtausends. Ein bisschen erinnern beide Romane an „Sex and the City”, aber als ihre bodenständigere, geerdete, leicht desillusionierte Version: weniger Manolos und Cosmopolitans, dafür mehr Mülltüten und Brotjobs, weniger Träume, mehr Enttäuschung - aber dabei insgesamt nicht minder unterhaltsam als die berühmte TV-Variante.

Leben, lieben, arbeiten, daten. Und heiraten. Das ist die Welt dieser jungen Frauen. Erstaunlich wie sich die Leben der Protagonistinnen in beiden Romanen gleichen ... Wenn man beide Bücher hintereinander weg liest, hat man das Gefühl, es hat sich in fast sechs Jahrzehnten nicht sehr viel verändert. Ob moderne Frauen ihre Verlobungsringe online bestellen oder ganz traditionell in New York bei Tiffanys sich kaufen lassen - das Ziel ist damals wie heute dasselbe: den richtigen Mann finden, sich verloben, in Weiß heiraten und Kinder kriegen. Davor liegen Irrungen und Wirrungen, Enttäuschungen und Frustrationen, falsche Prinzen, neue Jobs, steile Karriere, tiefe Depression und der Tod. Plus einige Junggesellen-Abschiede, die Hochzeiten alter Freundinnen und diverse Baby-Showers. Das volle Leben halt.

Rona Jaffe und Jennifer Close erzählen in durchaus kritischer Distanz von Amerikas Frauenwelt, die in vieler Hinsicht immer noch weit konservativer und traditioneller tickt als in Europa. Das ist einerseits erstaunlich, würde man doch zumindest für eine Metropole wie New York City etwas anderes vermuten – aber andererseits auch wieder erwartbar und folgerichtig, bedenkt man, dass Ratgeber wie „The Rules“ modernen Amerikanerinnen eine genaue Anleitung an die Hand geben, wie frau sich auf der Suche nach dem Mann fürs Leben und damit auf dem Weg zum Traualtar am geschicktesten verhält - und mit diesen Handlungsanweisungen zum Million-Seller werden.

Ich fand beide Bücher spannend und unterhaltsam, wenn auch gleichzeitig ein wenig irritierend, ob des konservativen, wenig emanzipierten Frauenbildes. Wer „Sex and the City“ mochte, wird auch diese beiden Bücher gerne lesen.

Susanne Ackstaller am Sonntag, 23. September 2012 um 17:38 Uhr

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Tags: rona jaffenew yorkjunge frauenfrauenliteratur

Zehn Jahre textblog!

Ist das wirklich schon zehn Jahre her? Irgendwie scheint die Zeit im Internet schneller zu vergehen? Oder isses vielleicht einfach das Älterwerden an sich?

Wie auch immer: Mein textblog wird zehn. ZEHN! JAHRE! ALT! Ich kann es selbst kaum fassen, dass mich in diesen Jahren nie die Lust am Bloggen verlassen hat. Zumindest nicht so sehr, dass ich damit aufgehört hätte. 

Und was hat er nicht alles gesehen, dieser textblog: Zeiten, in denen man deutsche Blogs an ein paar Händen abzählen konnte und Blogs gerne noch aus Internettagebücher bezeichnet wurden. Zeiten ohne iPhone und instagram. Und ohne dsl! Zeiten mit nur zwei Kindern, das dritte wurde ja erst 2003 geboren. :-) Zeiten voller Glück und Freude. Dazwischen Tiefen und tiefste Tiefen. Erfolge. Misserfolge. Lachen, Weinen, Kindermund.

Zehn Jahre Leben halt. Bzw.: Leben, gebloggt. Seit 2002.

Danke, dass du dabei warst, lieber textblog!

Wie alles begann? Melody war schuld. Hatte mich mit ihrem (noch viel älteren) Moving Target angesteckt. :-) Aber lies selbst.

Susanne Ackstaller am Samstag, 15. September 2012 um 01:01 Uhr

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