04 / 2012


Apfelpfannkuchen. Meine Leicht-und-Fettarm-Version.

Meine Kinder lieben Süßspeisen. Das mag am böhmischen Blut liegen, das (urgroßelterlicherseits) in ihren Adern fließt, denn auch ich mochte die Mittage besonders gerne, an denen ich nach der Schule zu Oma durfte und es Liwanzen oder Stopperle gab, oder Aprikosenknödel mit viel gerösteten Semmelbröseln, Zucker und geschmolzener Butter.

Woher auch immer ihre süße Neigung stammt: Pfannkuchen (neben Apfelstrudel, Griesbrei und Kaiserschmarrn) könnte es bei uns jeden Tag geben. Oder zumindest jeden zweiten. Tut es natürlich nicht, auch wenn meine Kinder rank, schlank und gesund sind. Denn (zu ihrem großen Bedauern) entsprechen Pfannkuchen so gar nicht meiner Vorstellung einer vollwertigen Ernährung. Zucker, Weißmehl und vor allem das viele Fett, das man braucht, damit die Pfannkuchen nicht anbacken (selbst wenn man eine beschichtete Pfanne verwendet!) - puh! Irgendjemand brachte mich dann auf die Idee zu einer leichteren Pfannkuchenvariante, die nicht nur Fett, sondern auch Zeit spart - und ein paar mehr Vitamine hat als die klassische Variante. (Nur Pfannkuchensuppe kann man aus den Resten nicht mehr machen ... aber Reste sind sowieso unwahrscheinlich. ;-))

Neugierig geworden? Hier ist das Rezept:

Zunächst bereitest du einen ganz normalen Pfannkuchenteig aus Mehl, Eiern, Milch, ein wenig Zucker und einer Prise Salz in der üblichen Menge zu. Ich gebe gerne noch ein bisschen Vanillearoma dazu - aber das ist Geschmackssache. Den Teig lässt du zum Andicken ein paar Minuten stehen (dann versinken die Äpfel später nicht so leicht), heizt derweilen den Ofen vor (200 Grad Ober-/Unterhitze), fettest eine Tarte-Form leicht ein, schälst zwei, drei Äpfel und schneidest sie in Schnitzen.

Tja, das war’s dann eigentlich auch schon! Nix mit dutzend Pfannkuchen einzeln in der Pfanne backen und danach in eine Fettwolke gehüllt sein ... Den angedickten Teig gießt du in die gefettete Form, verteilst die Äpfel drauf - und dann ab in den Ofen! Nach rund zwanzig Minuten riecht es in deiner Küche nicht nur lecker, der Pfannkuchen sieht auch lecker aus: aufgegangen und goldbraun. Hmmmmmmm!

Vor dem Essen noch mit reichlich Puderzucker bestäuben - und dann: Guten Appetit!

Zubereitungszeit: 5 Minuten (plus 20 Minuten Backzeit)

 

Susanne Ackstaller am Dienstag, 24. April 2012 um 18:03 Uhr

Essen | 6 Comments (6852) | Permalink

Tags: pfannkuchenlightleichtgesunde küchefettarmapfelpfannkuchen

Kindermund: Türkische Erkenntnisse.

k3 (8, m, blond, blauäugig, rotwangig und pausbäckig. Und in Istanbul permanent getätschelt, in die Wange gekniffen, mit Extra-Süßigkeiten versorgt und übers Haar gestrichen):

„Mama, wenn ich mal groß bin, zieh ich in die Türkei - denn da bin ich total begehrt.” ;-))))

Susanne Ackstaller am Montag, 16. April 2012 um 09:55 Uhr

Leben | 0 Comments (3024) | Permalink

Tags: türkeikindermund

Kreuzweg-Andacht am Kalvarienberg.

Ich bin ein gläubiger Mensch. Und ich bin Katholikin.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass diese Aussage zumindest ein Stirnrunzeln hervorruft. Denn: Katholisch sein (und dazu zu stehen!) ist politisch nicht korrekt. Denn da ist ja der konservative Papst, die pädophilen Prister, der Zölibat – und wenn das nicht reicht, werden auch noch die Kreuzzüge und die Hexenverbrennungen ins Spiel gebracht.

Ja, ich sehe diese Kritik durchaus. Ich will da auch nichts beschönigen. Aber genauso, wie man einen Menschen trotz seiner Fehler liebt, so kann man auch seine Kirche lieben - trotz schlimmer Vorkommnisse. Zumindest mir geht es so. Ganz davon abgesehen, dass ich auch die vielen schönen Seite an der katholischen Kirche kennen lernen durfte - zum Beispiel wunderbare Seelsorger und Pfarrer. Die gibt es nämlich auch!

Aber darum geht es mir heute gar nicht (auch wenn mich deine Meinung zur katholischen Kirche natürlich interessiert!). Eigentlich will ich dir nur ein paar Bilder vom Kalvarienberg zeigen, an dem heute eine traditionelle Kreuzweg-Andacht stattfand. Wenn es dich interessiert, kannst du hier noch mehr dazu lesen.





Susanne Ackstaller am Freitag, 06. April 2012 um 16:02 Uhr

Leben | 2 Comments (3282) | Permalink

Tags: kreuzwegkarfreitagkalvarienbergandachtaiterbach

Suna. Ein Roman von Pia Ziefle.

Es war der 19. Februar 2010, als mir Pia schrieb. Ich hatte ihr die ersten drei Kapitel meines (nie vollendeten) Erstlingswerks geschickt – sie fragte mich im Gegenzug, ob ich Lust und Zeit hätte, das Exposé zu ihrem Roman zu lesen. Natürlich!, antwortete ich.

21 Seiten war es lang. Und es fesselte mich von der ersten Zeile. „Pia, das liest sich ganz wunderbar! Wirklich. Sehr anrührend, sehr echt, sehr lebendig.” schrieb ich ihr zurück. Und sie antwortete: „Lieben lieben Dank. Du bist die allererste Leserin überhaupt.” Puh, was für eine Ehre ...

Ziemlich genau zwei Jahre danach hielt ich das gedruckte Werk in den Händen: „Suna”.

Die ersten Tage lag es auf meinem Schreibtisch und flößte mir Respekt ein. Denn vor mir lag ein Buch über ein Stück deutsche und europäische Geschichte, verpackt in einer deutsch-europäischen Liebes- und Lebensgeschichte. Ein Roman über Wurzeln, über Herkunft, über Familie, über Migration. Über Mut und Angst und Verzweiflung und Schicksal. Kein Buch, wie ich es sonst im Bett oder am Strand las, so viel war klar. Würde ich es mögen, dieses Buch? Oder womöglich – und davor hatte ich Angst – nach wenigen Seiten zur Seite legen?

Ich wagte es und schlug es auf. Und war – wie zwei Jahre zuvor – sofort gefesselt.

Pia Ziefle erzählt die Geschichte von Luisa, deren zweites Kind nicht schlafen kann. Nicht schlafen will – weil es seine Wurzeln nicht kennt, wie der Dorfarzt (zurecht) vermutet. Auch Luisa selbst weiß über ihre Herkunft wenig: Erst als Schulkind erfährt sie, dass sie adoptiert wurde. Noch viel viel später erst begegnet sie ihrer leiblichen Mutter Julka, die seit Jahrzehnten auf den Anruf ihrer Tochter wartet, und ihrem Vater Kamil, der Luisa sogar tot glaubte. Für ihn ist sie „Suna”. An den Vorabenden zur Abreise in die Türkei, bei der sich die ganze Großfamilie zum allerersten Mal überhaupt treffen will, erzählt Luisa ihrer kleinen Tochter ihre verschlungene Lebensgeschichte und macht damit gleichzeitig auch deutsche und europäische Geschichte lebendig. 

Ja, Pia ist ein großer Roman gelungen. Und ein wichtiges Buch für alle, die – wie ich – viel zu wenig wissen, über die Migrationsströme der Fünfziger und Sechziger Jahre. Es ist ein Buch, das auf 304 Seiten anrührt und bewegt. Es ist keine leichte Kost, aber so fesselnd geschrieben, dass man es nicht mehr weg legen mag. Und es ist ein Buch, das zuversichtlich stimmt und Mut macht, weil sich trotz aller Irrwege am Ende alles (oder zumindest vieles) findet.

Danke für dieses wunderbare Buch, liebe Pia. Und danke, dass ich bei seiner Geburtsstunde dabei sein durfte.


Pia Ziefles Roman „Suna” ist 2012 im Ullstein-Verlag erschienen. Das Buch kostet 18 Euro als Hardcover und 14,99 Euro als eBook für den Kindle.

Wer noch mehr Stimmen und Rezensionen lesen und sich von der begeisterten Presse anstecken lassen möchte, klicke hier.

Susanne Ackstaller am Dienstag, 03. April 2012 um 17:09 Uhr

Leben | 0 Comments (6057) | Permalink

Tags: türkeisunaserbienromanpia zieflemigrationherkunftadoption